Vira Pen / Women Black Tigers

étoile

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SelbstmordattentäterInnen der "Black Tigers"
240 Angehörige der Spezialeinheit der LTTE-Guerilla starben seit 1987 im Kampf um die Unabhängigkeit

Zwischen Juli 1987 und Februar 2000, als Norwegen einen Waffenstillstand zwischen der Regierung und den Rebellen vermittelte, verübten die "Befreiungstiger von Tamil Eelam" 168 Selbstmordanschläge. Nun haben sie ihre Angriffe wieder aufgenommen. In über 30 Prozent der Fälle führten Frauen die Attentate aus.

Die Selbstmordbrigade "Black Tigers" genießt in der LTTE höchstes Ansehen. Anfang Juli jedes Jahres findet in den von den tamilischen Rebellen kontrollierten Gebieten der "Black Tigers Day" statt, an dem Kerzen vor den Porträts der Gefallenen entzündet werden.

Die LTTE gedenkt dabei des ersten Selbstmordattentats der "Black Tigers", die diese Technik von der libanesischen Hisbollah übernommen hatten, am 5. Juli 1987. "Captain Miller" lenkte einen sprengstoffbeladenen Lastwagen in einen Militärstützpunkt auf der Halbinsel Jaffna. Bei dem Anschlag kamen der Attentäter und 40 Soldaten ums Leben. 1991 nahm eine Bomberin der "Black Tigers" den indischen Premier Rajiv Gandhi mit in den Tod.

1993 starb der srilankesische Präsident Ranasinghe Premadasa durch einen Selbstmordanschlag, 1995 der Präsidentschaftskandidat Gamini Dissanayake. Präsidentin Chandrika Kumaratunga, die anfangs einen versöhnlichen Kurs gegenüber der Separatisten vertrat, überlebte 1999 einen Anschlag.

Der bislang tödlichste Angriff galt der Zentralbank in Colombo: Bei der Explosion einer LKW-Bombe kamen 90 Menschen ums Leben, 1400 wurden verletzt.

Die LTTE sind offiziell atheistisch, ursprünglich enthielt ihre Ideologie auch marxistische Elemente (Anton Stanislaus Balasingham: "Towards a Socialist Tamil Eelam"). Die Mitglieder der Rebellenorganisation kommen aus einem hinduistischen Umfeld und glauben an Wiedergeburt.

Der Märtyrerkult wird zelebriert: SelbstmordattentäterInnen dürfen, bevor sie zu ihrer letzten Mission aufbrechen, eine Mahlzeit mit dem LTTE-Führer Velupillai Prabhakaran einnehmen, der von vielen als eine Art Halbgott verehrt wird und sich sonst kaum in der Öffentlichkeit zeigt.

Weitere Beispiele für diesen Kult sind die jährliche "Märtyrerwoche" und die Einrichtung von Gedenkstätten: Die Aufständischen errichteten auf der damals besetzten Halbinsel Jaffna einen Heldenfriedhof (Maveerar Thuyilum Ilam). Sobald die Armee die Region unter ihre Kontrolle brachte, wurde das Gelände mit Bulldozern eingeebnet.

Unter anderem berufen sich die "Black Tigers" auf die tamilische Mythenwelt: Bereits in der Purananuru-Dichtung (500 vor bis 200 nach Christus) erscheint das Motiv der "Vira Pen", der tapferen Frau, die sich im Krieg opfert. (bed)

http://derstandard.at/?url=/?id=2486333
 

arugam

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Sind Frauen von Natur her agressiv?

Das allein sollte zum Nachdenken anregen.
Denn wenn Frauen sich gezwungen sehen zu toeten hat es viel tiefere Gruende. Denke ich.

Ansonsten besteht das Hauptproblem der Insel aus nur einem Bevoelkerungsteil:
Und das sind : "Maenner"
So sehen wir es schon laenger.

Gruss
Fred & Co
Arugam Bay

Vorerst der letzte Beitrag.
 

Hänschen

Betreiber des SLB
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@fred:

die welt wird mit sicherheit irgendwann einmal von frauen regiert sm13:

sie haben mehr gefühl, denken - hoffentlich - mehr über sein und nicht sein nach und bringen zumindest ein wenig gefühl mit in die politik sm13:
ob es sinnvoll ist ? sm1: (ironie aus)

sind frauen agressiv ? sm3:

hast du ne ahnung sm1: sm1:

l.g. an die ostküste sm13:
 

étoile

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zusätzlich zu dieser Information:

Ich habe gelernt, das die Black Tigers nicht bestimmt oder ernannt werden, durch militärische Führer, sondern alle Black Tigers melden sich freiwillig. Es wird auch niemand gefragt oder in irgendeiner Form angesprochen! Sie stellen ihr Leben bzw. ihren Tod freiwillig für ein freies Tamil Eelam zur Verfügung.

Ich habe ein Interview gelesen, befragt wurden 2 männliche und ein weiblicher Black Tiger, sie haben solche wirklich heftigen Negativ-Erfahrungen gemacht, das sie sich dazu entschieden haben, sich für die Sache zu opfern. Die junge Frau hatte als Jugendliche zusehen müssen, wie 17 ihrer Familienangehörigen missbraucht, gemetzelt und getötet wurden. Darunter auch die Eltern und Geschwister. Einige waren so zugerichtet, das sie sie nicht mal mehr mit Sicherheit identifizieren konnte. Dieses Erlebnis hat sie dazu bewogen, nach einer entsprechenden militärischen Ausbildung, sich für den Job zu melden.
 

suddhi

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Hi étoile

Bin ganz neu hier in eurem Forum gelandet und habe in den letzten Tagen etliche Beiträge durchgelesen. Bei deinem ist mir ein Absatz richtiggehend ins Auge gestochen und hat mich bewogen, mich zum ersten Mal selbst zu Wort zu melden. Du schreibst:

Weitere Beispiele für diesen Kult sind die jährliche "Märtyrerwoche" und die Einrichtung von Gedenkstätten: Die Aufständischen errichteten auf der damals besetzten Halbinsel Jaffna einen Heldenfriedhof (Maveerar Thuyilum Ilam). Sobald die Armee die Region unter ihre Kontrolle brachte, wurde das Gelände mit Bulldozern eingeebnet.

Wie kommt es, dass ich in einem noch nicht allzu alten Artikel (ca. Nov. 2005) gelesen habe, dass der LTTE-Märtyrer-Friedhof in Jaffna der einzige regierungskontrollierte Ort auf Sri Lanka sei, wo die Tiger-Fahne der LTTE gehisst werden dürfe? In deinem Beitrag schreibst du, dass dieser Friedhof mit Bulldozern eingeebnet worden sei, nachdem die Armee die Jaffna-Halbinsel wieder unter ihre Kontrolle gebracht hatte (das wäre glaub ich 1995 gewesen).

LG Sissi
 

markezz

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hallo sissi und herzlich willkommen im board!! sm13:

hätte da auch noch was bezusteuern und es geht um eben jenen besagten Friedhof auf der Jaffna-Halbinsel:

[...] An vielen Stellen werden den Kämpfern Denkmäler gesetzt, auch ein Heldenfriedhof wird gerade für all diejenigen angelegt, die ihr Leben im Kampf gegen die Regierungstruppen verloren. [...]

Auszug aus der Jungle World 48/2002 - 20. Nov 2002

Man darf dort offiziell auch nicht die Tiger-Fahne hissen, denn die wird normalerweise überhaupt nicht geduldet. In diesem Fall sehen die Regierungstruppen aber gepflissentlich darüber hinweg. Der genannte Artikel liefert gute Erklärungen...

--

Dennoch halte ich es für wichtiger, was in den Köpfen der Frauen und Männer vorgeht, die sich selbst in die Luft sprengen um dem "Feind" Schaden zuzufügen. Blinder Fanatismus, Wut, Religion, Hass ? Einen tiefen Einblick in die Ideologie, Gedankenwelt und vor allem die Struktur des Handelns bietet folgendes Online-Buch (auf englisch) über den Anführer der Rebellen Velupillai Pirapaharan und die Geschichte der Tiger.

http://www.sangam.org/Sabaratnam/index.htm
 
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