Pakistan - Erdbebenopfer

étoile

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Keiner spricht mehr darüber, weil die Medien schweigen! und dennoch gibt es sie, die Menschen in Pakistan, die ums Überleben kämpfen ....

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Panorama | 08.12.2005
Das Elend nach dem Beben

Eisige Kälte und vielerorts auch Schnee beherrschen zwei Monate nach dem Beben die Katastrophen-Region im Norden Pakistans. Bei dem Erdbeben am 8. Oktober 2005 kamen in Pakistan und Indien 75.000 bis 80.0000 Menschen ums Leben. Die UNO und Hilfsorganisationen warnen seit Wochen vor einer zweiten Welle von Todesfällen durch die Kälte in der Gebirgsregion. Denn längst nicht alle Betroffenen sind mit dem Nötigsten versorgt. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben winterfeste Unterkünfte weiterhin höchste Priorität. Daneben gehe es darum, die sanitären Einrichtungen in den Zeltlagern zu verbessern und Nahrungsmittel in entlegene Bergdörfer zu bringen. 400.000 Menschen in den Bergen sind auf Hilfslieferungen durch Helikopter angewiesen.

In diesem Dossier liefert DW-WORLD Hintergründe zur Katastrophe im Grenzgebiet zwischen Indien und Pakistan.

http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,1762440,00.html
 
die zweite Welle

Panorama | 01.01.2006

Deadline Januar

Im Freien leben kann man jetzt nicht mehr
Neue Berichte aus dem Krisengebiet lassen aufhorchen: Weil Pakistan kein Touristengebiet ist, sei die Hilfsbereitschaft zu gering. Dabei wird sich die Lage in den nächsten Wochen noch verschärfen.

Thomas Schwarz, Pressesprecher von der Hilfsorganisation CARE, ist gerade aus Pakistan zurückgekehrt, nachdem er acht Tage in der Krisenregion verbracht hat. In Bana Allai, im Norden Pakistans, machte er sich ein Bild von der Lage vor Ort. Die Erdbebenopfer haben immer noch keine winterfesten Behausungen: "Wenn Sie im Dorf Biari stehen, rundherum so viele zerstörte Häuser, dass Sie denken, das ist ein Holzlager, aber kein Dorf gewesen, dann ist das schlimm", berichtet er.

Besonders die Dörfer in den Bergregionen zeigten die schwerwiegenden Folgen des Bebens, erzählt er weiter. Die Häuser sind nicht selten vollständig zerstört. Die Pakistani leben in Zelten, ohne Schutz vor Kälte. Die Hilfsversuche sind ein Wettlauf mit der Zeit, denn spätestens im Januar ist mit dem vollständigen Wintereinbruch zu rechnen. "Die Menschen, die bis dahin nicht mit Öfen versorgt sind, werden erneut um ihr Überleben bangen müssen", sagt Schwarz.


Die zweite Welle

Die Menschen haben Angst. "Sie sagen: 'die zweite Welle', wenn sie meinen, dass der Winter kommt und es zu kalt wird und sie das vielleicht nicht überleben würden", erklärt Schwarz. Verlassen wollen die Pakistani ihre Dörfer wegen der Kälte aber nicht. Die Häuser sind ihre Existenz, ihr Stolz und ihre Lebensgeschichte. Schwere Voraussetzungen also für die Hilfsorganisationen. Denn die Dörfer in den Bergregionen sind nur schwer zugänglich. Eine achtstündige Fahrt für eine Strecke von 120 Kilometern ist keine Seltenheit. Zudem sind manche Dörfer nur aus der Luft erreichbar. Mit Hubschraubern helfen die Hilfsorganisationen vor Ort. Die können aber nicht starten, wenn das Wetter zu schlecht ist.

Bisher konnten etwa 6000 Familien mit Zelten versorgt werden. Doch noch immer fehlen Unterkünfte. Wichtiger noch: Die Zelte müssen mit Öfen ausgerüstet werden. Nur so überstehen die Bewohner die kalte Jahreszeit. Die insgesamt sieben Millionen Euro gesammelten Spenden reichen also hinten und vorne nicht. Das weiß auch Thomas Schwarz: "Wir helfen, so gut wir das irgendwie können. Ich hoffe einfach, dass die Deutschen noch einen drauf legen."


Harte Medienkritik

Besonders im Vergleich zur Hilfsbereitschaft für die Tsunami-Opfer ist die Spendenfreude für Pakistan eher gering. Über die Folgen des Erdbebens in Pakistan wird deutlich weniger berichtet, als über den Tsunami im Dezember 2004. Das erstaunt Thomas Schwarz vor allem deswegen, weil bei beiden Katastrophen ähnlich viele Menschen betroffen waren. Ein Grund für das geringe Interesse an der Not in Pakistan ist laut "Deutschland Hilft" die mangelnde Präsenz in den Medien. Pakistan ist kein Touristengebiet für Deutsche - ganz anders als die vom Tsunami betroffenen Länder. "Das hat auch einfach damit zu tun, dass niemand Pakistan kennt und man sich deswegen möglicherweise dafür nicht so interessiert."


Bewegender Moment

Die drei Millionen Betroffenen sind auf die Spendenbereitschaft der Deutschen angewiesen. Jeder Euro kann helfen, die Situation in Pakistan zu verbessern. Das sei weniger als eine Cola, sagt Thomas Schwarz. Für ihn und seine Kollegen ist der Besuch in Bana Allai zur Herzensangelegenheit geworden. "Ich habe mit einem 15-jährigen Jungen gesprochen. Obwohl ich nichts für ihn getan habe - ich war einfach nur da, wir haben ein bisschen Blödsinn gemacht und gelacht -, da hat er mit Tränen in den Augen drei Mal 'Thank you' gesagt."

Sandrina Mahlberg / Anna Weirich

http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,1840107,00.html
 
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